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| Über
Land und Leute |
MASUREN
LAND DER TAUSEND SEEN
Die großen masurischen Seen haben eine Gesamtoberfläche
von 1700 qkm. Die Masuren bestehen zu 15% aus Gewässern und zu 30%
aus Wäldern. 40% des Gebietes stehen unter Naturschutz, wobei es
30 Naturschutzgebiete gibt. Es ist eine außergewöhnlich wertvolle
Landschaft von europäischer Bedeutung. |
MASUREN GESELLSCHAFT AN DER GRENZE =====
Die Bewohner der Masuren bildeten Bauern, die aus Masowien nach
Preußen geflüchtet waren, und freie Jäger aus der Region Kurpie.
Wie die Mehrheit der Menschen aus dem kulturellen Grenzgebiet akzeptierten
sie die Obrigkeit, Religion und Kultur, was ihnen ein besseres Leben
sicherte. Dennoch pflegten sie ihre Sprache und Sitten.
Der Begriff Masuren ist erst Mitte des 19. Jh. entstanden. Seit
dieser Zeit entwickelte sich eine masurische Identität. Die Masuren
waren Protestanten wie die Deutschen, sprachen "masurisch"
und verehrten den preußischen König.
Ende des 19. Jh. verstärkte sich an den masurischen Seen eine masurische
Regionalbewegung. Diese Eigenwilligkeit von "Masurentum"
wurde vom faschistischen Regime unterbunden, das jegliche Aktivitäten
regionaler Gesellschaften verbot und die Masuren ein zweites Mal
taufte, indem es die Mehrheit der Namen der masurischen Ortschaften
germanisierte. Nach 1945 nutzten die kommunistischen Führer das
Thema Masuren allein als propagandistisches Instrument, um die These
"des ewigen Polentums der Masuren" aufrecht zu erhalten.
Im Gegenzug erklärten die enttäuschten Masuren immer häufiger ihre
Zugehörigkeit zum deutschen Volk und flüchteten massenhaft aus ihrem
Vaterland.
Die wahrhaften Masuren gerieten in Vergessenheit. Ihre Gesänge und
Sitten "blieben lediglich in Gesangbüchern" erhalten.
Die deutsche und die polnische Expansion führte dazu, dass sich
ein selbständiges Volk der Masuren bildete.
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| Masuren
- Geschichte der Landschaft |
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Im
Mittelalter war die Masurische Seenplatte von dem altpreußischen
Stamm der Galinder bewohnt. Im Jahre 1253 nahmen Kreuzritter unter
Führung des großen Meisters Poppon menschenleere Landstriche ein
und bauten eine ganze Reihe von Wachposten und Burgen. Die Besiedlung
der Seenplatte wurde stark durch Pest- und Choleraepidemien gebremst,
welche in den 20er Jahren des 17. Jahrhunderts 90 Prozent der Bewohner
dahinraffte. Dann kam die Zeit der Kriege.
Das Jahr 1920 war für die Masuren von besonderer Bedeutung. Nach
einem Entschluss der Friedenskonferenz sollte die Bevölkerung der
Masuren selbst entscheiden, zu welchem Volk sie sich zugehörig fühlte.
Die Mehrheit entschied sich für Deutschland. Im Zweiten Weltkrieg
wurde hier eine Reihe strategisch wichtiger Militäranlagen errichtet:
der Führerbunker in Gier³o¿ (Wolfschanze), das Himmler-Quartier
in Pozedrze, die Befestigungsanlage in Gi¿ycko und das Quartier
"Mauerwald" in Mamerek. Im Jahre 1945 übernahmen Polen
die Verwaltung im Land der Großen Seen. In das Gebiet zogen polnische
Umsiedler aus den polnischen Ostgebieten.
Die deutschstämmige Bevölkerung war deportiert worden. Besonders
nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland kam es dort zu
einem Wirtschaftsboom. Die letzten Aussiedlungen Mitte der 70er
Jahre erinnerten schon fast an Menschenhandel, weil sich die Volksrepublik
Polen auf diese Weise Kredite aus der Bundesrepublik beschaffte.
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| Masurischer
Landschaftspark |
Der
Masurische Landschaftspark (53 655 ha) wurde 1977 zum Schutz der
Natur und des Landschaftsbildes geschaffen. Er nimmt einen beträchtlichen
Teil der Piska-Heide (Puszcza Piska), des Flusses Krutynia und des
Sees ¦niardwy ein. In diesem Park gibt es 60 Seen mit einer Fläche
über einem Hektar. Die wertvollsten Gebiete liegen in einigen duzend
Reservaten, von denen Sie einige per Kajak und Rad durchqueren werden.
Das wichtigste Naturschutzgebiet liegt am £uknajno-See bei Miko³ajki.
Dort leben etwa 1000 Schwanenpaare. Symbol der Masuren ist aber
der Weißstorch. In jedem Dorf sind einige seiner Nester zu finden.
Übrigens will man den Masurischen Landschaftspark in den Status
eines Nationalparks erheben.
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| Kaschuben |
Das
Land der tausend kaschubischen Seen zieht sich von der Ostseeküste
bis zum Waldgebiet Bory Tucholskie. Hier findet man schöne Sandstrände
und masurische Seen. Das Besondere der Kaschuben sind ihre Kultur
und ihre Bräuche, ihre eigene Sprache und ihre reiche Tradition.
Gotische Schlösser in Polen =====
Im Mittelalter wurden auf dem Gebiet des Wärmlands, der Kaschuben
und der Masuren vom Orden der allerheiligsten Jungfrau Maria (Zakon
Naj¶wiêtszej Marii Panny Domu Niemieckiego) duzende Burgen und Festungen
errichtet, die die Grundlage des Verteidigungssystems des Ordens
bildeten. Die größte Burg und gleichzeitig größte gotische Festung
Europas ist in Malbork entstanden. Freunde des Mittelalters pflegen
die Tradition und verschaffen damit Touristen einmalige Erlebnisse,
indem sie das Mittelalter wieder aufleben lassen. In der Burg befinden
sich neben einem Museum und einer Bibliothek noch ein Hotel und
ein Restaurant. Vor gotischer Kulisse kann man hier mittelalterliche
Duelle, Ritterkämpfe und Hoftanz erleben. In den Burgen existieren
auch noch Komturei-Bruderschaften, die mittelalterliche ritterliche
Traditionen pflegen.
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| Biebrza
und Narew |
Die
Biebrza - Sümpfe bilden eine geschlossene Fläche der bis unsere
Tage hinein am besten erhaltenen Sümpfe und Moore im mitteleuropäischen
Raum.
Sie liegen im Nordosten Polens, in einer Niederung südlich vom ehemaligen
Ostpreußen, durch die der im Frühjahr alljährlich über die Ufer
tretende Fluß Biebrza fließt. Hier sind die gestaffelt angeordneten
Biotope in weitgehend natürlichem Zustand erhalten geblieben. In
der Nähe des Flusses sind es dichte Röhrichte, die durch Nebenarme
aufgelockert werden; es folgen die Pflanzengemeinschaften der Großsegen,
in der weiteren Niederung große Sumpfflächen, die von Sauergräsern
eingenommen werden, Weidengebüsche und aus Erlern und Birken zusammengesetzte
Bruchwälder und schließlich im Naturschutzgebiet "Rotes Moor"
auch Kiefernsumpf - Wälder. Die Biebrza - Niederung ist schwach
besiedelt. Dafür haben hier viele Tiere ihren Lebensraum. In großer
Zahl leben hier Elche, die zwischen den Wiesen und Mooren nicht
zu übersehen sind. In den Gewässern tummeln sich Biber und Ottern.
Einmalig ist die hiesige Vogelwelt. Nicht umsonst der Biebrza -Nationalpark
nennt sich auch ein Vogelparadies.
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